Festpreis vs. Stundensatz — wann ergibt was Sinn?
Die ehrliche Antwort auf eine Frage, die in fast jedem Erstgespräch kommt.
In fast jedem Erstgespräch kommt diese Frage. Manchmal direkt, oft zwischen den Zeilen. Und die ehrliche Antwort ist: es hängt davon ab, wie klar der Scope ist.
Was Stundensatz wirklich kostet
Stundensatz klingt fair: du zahlst nur, was geleistet wird. In der Praxis bedeutet das aber drei Dinge, die du oft erst hinterher merkst:
- Kein Anreiz für Geschwindigkeit. Der Entwickler verdient mehr, je länger es dauert. Das muss kein Betrug sein — aber das Anreizmuster ist gegen dich.
- Scope-Diskussionen am Telefon. Jede neue Idee ist eine neue Stunden-Verhandlung. Energie, die du in dein Geschäft stecken könntest, geht ins Mikromanagement.
- Kein Datum. „Wann ist es fertig?" hat keine ehrliche Antwort, weil das von der Anzahl der noch unbekannten Stunden abhängt.
Was Festpreis verlangt — und gibt
Festpreis funktioniert nur, wenn beide Seiten vor dem ersten Strich Code wissen, was gebaut wird. Das ist Arbeit. Bei NeXsoft heißt diese Arbeit Discovery-Workshop — ein Tag, in dem wir gemeinsam Scope, Features, Erfolgskriterien festnageln.
Dafür bekommst du drei Sachen, die im Stundenmodell strukturell unmöglich sind:
- Ein Datum, das hält. Wenn wir „6 Wochen" sagen, sind es 6 Wochen. Verzögerung ist unser Risiko, nicht deins.
- Ein Preis, der hält. Du schickst das Budget einmal durch die Geschäftsführung — nicht jedes Mal neu, wenn eine Idee dazu kommt.
- Symmetrische Anreize. Wir wollen schnell und sauber fertig werden, du auch. Wir sitzen plötzlich auf derselben Seite.
Wann Stundensatz trotzdem die richtige Wahl ist
Es gibt Fälle, da ist Festpreis Quatsch:
- Forschung / Pre-Discovery. Wenn nicht mal klar ist, ob die Idee technisch geht, brauchst du erst ein paar Tage „echtes Anfassen" — bezahlt nach Stunde, klar gedeckelt.
- Sehr enge laufende Mitarbeit. Dauerhafte Co-Development-Beziehungen funktionieren oft besser über Retainer oder Stundenkontingente.
- Wenn Scope sich wöchentlich ändert. Echte Lab-Arbeit lässt sich nicht in einen Fixpreis pressen.
Unsere Regel
Wenn der Workshop einen klaren Scope produziert, machen wir Festpreis. Wenn nicht, machen wir 2-3 Tage Discovery nach Stundensatz — danach entscheiden wir.
Das ist die ehrliche Antwort. Kein Modell ist universal besser — aber Stundensatz wird oft als Sicherheit verkauft, obwohl es das Gegenteil ist.
Was du daraus mitnimmst
Wenn jemand dir Festpreis verspricht, ohne vorher 4-8 Stunden in dein Vorhaben investiert zu haben — sei vorsichtig. Wenn jemand nur nach Stundensatz arbeiten will, frag warum. Beides hat seine Berechtigung, aber Klarheit über das Warum ist alles.
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